Quelle: Straubinger Tagblatt vom 12. Oktober 2026, Autorin: Isabella Rutherford
Lärm, Schmutz und Ernteausfälle: Verantwortlich dafür sind Saatkrähen, die auch im Landkreis immer wieder in Scharen zu sehen sind. Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) und die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf haben daher 2025 ein Pilotprojekt gestartet, mit dem sie herausfinden wollen, wie sich die Tiere am effektivsten von bestimmten Flächen vertreiben lassen.
Ein Zwischenbericht dazu wurde bereits im Juni veröffentlicht. Kurz vor dem Projektabschluss am Jahresende haben wir noch einmal zu ersten Ergebnissen nachgefragt.
In diesem Jahr nahmen laut einer Sprecherin des LfU in der Straubinger Gegend 18 Betriebe mit 31 Projektflächen teil. „In der Region wurden keine darüber hinausgehenden Schäden durch Saatkrähen gemeldet.“
Das Konzept des Projekts unterteilt sich in drei Module: Das erste beschäftigt sich mit konfliktträchtigen Koloniestandorten der Tiere und deren potenzielle Auflösung. Hierbei geht es vor allem um innerstädtische Bereiche.
Zielgerichtet handeln statt anvisieren
In Straubing gibt es eine größere Kolonie, die auch Ernteschäden im Landkreis zu verantworten hat. Eine Auflösung dieser ist laut Christian Stierstorfer nicht sinnvoll – und auch nicht Ziel des Projekts.
Der Diplom-Biologe ist beim Landesbund für Vogelschutz (LBV) unter anderem für den Landkreis zuständig und betont, dass es wichtig sei, die Intention des Projektes zu verstehen: „Es hat nicht zum Ziel, möglichst viele Saatkrähen letal zu entnehmen – also zu töten.“
In erster Linie sollen wirkungsvolle Methoden gefunden werden, die Vögel partiell zu vertreiben. Da der Schaden durch Saatkrähen regional wie saisonal laut LfU-Sprecherin unterschiedlich ist, sei ein „zielgerichtetes Management auf Schadflächen effektiver als eine generelle Bestandsreduktion“.
