Hubert Aiwanger informiert sich vor Ort über unser Projekt „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern“
Pönning. In Pönning (Stadt Geiselhöring) drehte sich kürzlich alles um einen kleinen Feldvogel mit großen Ansprüchen an seinen Lebensraum: das Rebhuhn. Der einst weit verbreitete Vogel ist heute in vielen Regionen selten geworden. Umso wichtiger sind geeignete Lebensräume und eine gute Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Jagd, Naturschutz und Politik. Darüber, wie das im Kreis Straubing-Bogen konkret umgesetzt wird, konnte sich Bayerns Wirtschafts- und Jagdminister Hubert Aiwanger ein Bild machen. Treffpunkt war der Hof von Landwirt und Jäger Bernhard Ehrnsperger. Nach einer kurzen Einführung durch den BJV-Kreisgruppenvorsitzenden Markus Landsmann stellte Ambros Köppl, stellvertretender Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbands Straubing-Bogen und Mitinitiator des bundesweiten Projektes „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern!“, das Projektgebiet vor und gab einen Überblick über den Fortschritt.
Angepasste Bearbeitung von Blühflächen
Auf einer Projektfläche erklärte Hans Laumer, Wildlebensraumberater des AELF Straubing, wie eine angepasste Bearbeitung von Blühflächen einen geeigneten Lebensraum für das Rebhuhn schafft. Durch eine rebhuhnoptimierte Bearbeitung sollen die Flächen möglichst lange als wertvoller Lebensraum zur Verfügung stehen. Davon profitieren neben dem Rebhuhn auch zahlreiche weitere Tier- und Pflanzenarten der Feldflur. Der Landschaftspflegeverband Straubing-Bogen ist dabei mit einem Projektgebiet im Landkreis aktiv. Gemeinsam mit landwirtschaftlichen Betrieben werden Maßnahmen umgesetzt, die dem Rebhuhn Nahrung, Deckung und geeignete Rückzugsräume bieten. Solche Maßnahmen funktionieren nur gemeinsam, wurde beim Ortstermin deutlich. Die Landwirte stellen Flächen zur Verfügung und setzen die vereinbarte Bewirtschaftungsweise um. Die Projektkoordinatorin Carolin Bäuml vom Landschaftspflegeverband Straubing-Bogen begleitet die Maßnahmen fachlich und organisatorisch. Eine weitere wichtige Säule ist die örtliche Jägerschaft. Denn für das Rebhuhn lauern in der offenen Feldflur Gefahren. Neben dem Verlust geeigneter Lebensräume können auch Fressfeinde den Bestand beeinflussen. Deshalb arbeitet der Landschaftspflegeverband im Projekt eng mit den Jägerinnen und Jägern vor Ort zusammen. Gemeinsam soll ein möglichst umfassender Schutz des Rebhuhns erreicht werden.
Neues Infoschild wurde aufgestellt
Passend zum Ortstermin wurde außerdem ein neues Informationsschild zum Projekt aufgestellt. Voller Tatendrang montierte Minister Aiwanger selbst das Schild am vorbereiteten Pfosten. Es informiert künftig über die Lebensraummaßnahmen und die Bedeutung des Projekts für das Rebhuhn und die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft. Der Termin zeigte nicht nur, wie aus einem Förderprojekt konkrete Maßnahmen auf landwirtschaftlichen Flächen entstehen. Er machte auch deutlich, dass der Schutz des Rebhuhns eine Gemeinschaftsaufgabe ist. Denn erfolgreicher Artenschutz in der Kulturlandschaft gelingt vor allem da, wo Landwirtschaft, Jagd und Naturschutz an einem Strang ziehen. Mit engagierten Landwirten, einer aktiven Jägerschaft und starken Partnern soll im Landkreis Schritt für Schritt mehr Lebensraum für das Rebhuhn und die vielfältige Tierwelt unserer Kulturlandschaft geschaffen werden.

