Ernteschock

Häufig werden auch die Stoppeläcker sofort nach der Ernte gegrubbert und somit die letzten Körner unter die Erde gebracht, die gerade den Rebhühnern und Fasanen helfen könnten, sich langsam an die neue Situation zu gewöhnen.Schlagartig ihrer Nahrungsgrundlage beraubt, kommt es für Wildtiere zu einer Notsituation, dem so genannten Ernteschock. Der Tisch ist abgeräumt, obwohl es gerade jetzt wichtig wäre, sich für die kalte Jahreszeit möglichst viele Fettreserven anzufressen.“ Mit der Nahrung ist gleichzeitig auch ist die „Wohnung“ weg. Wildtiere wie Hase und Fasan haben keine Deckung mehr, die sie vor den Blicken der Räuber schützt. Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes ein gefundenes Fressen für Räuber wie Fuchs, Marder, Habicht. Achtung: Wild auf Wohnungssuche Gerade das Rehwild hat im Spätsommer einen besonders hohen Nahrungsbedarf. Die anstrengende Paarungszeit ist zu Ende und nun ist Äsen angesagt. Auch für eine gute Entwicklung der Rehkitze, die bis in den September hinein gesäugt werden, ist gehaltvolle Nahrung wichtig. Sind die Felder leer, bleibt den Tieren nichts anderes übrig, als nach neuen Futterplätzen zu suchen „Dafür nehmen sie weite Wege in Kauf, die sie zwangsläufig über Straßen führen. Autofahrer sollten besonders aufpassen und immer damit rechnen, dass ein Tier plötzlich auf die Fahrbahn läuft.“ Letzte Zuflucht Feldhecke Jäger und Landwirte können mit der Anlage von Hecken und Feldgehölzen den „Ernteschock“ mildern. Diese grünen Inseln sind das ganze Jahr hindurch Lebensraum für viele Insekten, Reptilien und Vögel. Hinzu kommt, dass die artenreichen Hecken während der Ernte Wildtieren Nahrung und Deckung bieten. Optimale Ergänzung ist ein zusätzlicher Kräuterstreifen. Rettung bieten Felder, auf denen direkt nach der Ernte „Zwischenfrüchte“ eingesät werden wie Lupinen, Ackersenf oder Klee. Diese Pflanzen haben einen hohen Nährstoffgehalt und wachsen schnell, so dass die Felder in kurzer Zeit wieder grün sind. Sie bleiben so lange stehen, bis der Landwirt seinen Acker wieder braucht und sie unterpflügt.

29. Aug. 2013 l dp