Betreten der Bundesstraße 20 zur Bergung von Wild durch Jagdausübungsberechtigte

Auf der Bundesstraße 20 ist neben der Fahrspuren kein Standstreifen vorhanden. Das Abstellen von Fahrzeugen auf der Fahrbahn, nur mit Warnblinklicht, ist wegen der zu geringen Erkennbarkeit verboten.

Das Betretungsverbot betrifft nicht das Gelände neben der Fahrbahn. Eine Nachsuche von flüchtigen Wild ist ohne polizeiliche Absicherung möglich und so vorgesehen.

Ein weiterer Punkt war das Unverständnis warum die Jagdausübungsberechtigten bei Treib- oder Drückjagden eine Verkehrssicherungspflicht haben und andere Personen (z. B. Landwirte), die ebenfalls Wild hoch machen nicht.

Der Unterschied zwischen den Jägern und anderen Personen ist, dass der Jagdausübungsberechtigte vorsätzlich, bzw. bewusst, das Wild hoch macht um es zu bejagen und dies die konkrete Gefahr verursacht.

Hingegen haben andere Personen die Intension die Ernte oder ihre Freizeit zu gestalten (z.B. der Landwirt will die Ernte einbringen, der Holzhauer will das Holz fällen, der Mountainbiker will seinen Sport ausüben usw.) und dabei wird unbewusst Wild hoch gemacht. Dies stellt eine sogenannte Allgemeingefahr dar und deshalb kann den jeweiligen Personen nicht ein Verkehrssicherungspflicht auferlegt werden.

Herr Pfeilschifter, ich hoffe ich konnte die Fragen, die mir während des Vortrages gestellt worden sind, abschließend beantworten. Ich bitte um Verständigung ihrer Mitglieder insbesondere der Jagdpächter bei denen das Revier an die B20 angrenzt. Eine Verständigung der Jagdpächter durch die Polizei oder der Straßenverkehrbehörde unterbleibt.

Armin Soller , Polizeihauptkommissar von der Polizeiinspektion Straubing

30. März 2011