Bayerns Wälder reagieren gestresst

(14. Dezember 2014) München – Den bayerischen Wäldern machen noch die Trockenheitsphasen des vergangenen Jahres zu schaffen. Das zeigt die diesjährige landesweite Untersuchung der Baumkronen, deren Ergebnis Forstminister Helmut Brunner in München vorstellte. Laut Brunner ist der mittlere Nadel- und Blattverlust im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Prozentpunkte auf 20 Prozent leicht gestiegen. Auch der Anteil deutlich geschädigter Bäume erhöhte sich nach mehrjähriger Erholungsphase um 3,1 Prozentpunkte auf 22,9 Prozent. Als deutlich geschädigt gelten Bäume, die mehr als ein Viertel ihrer Blätter oder Nadeln verloren haben. Hauptgrund für die heuer geringere Vitalität der Wälder ist Experten zufolge die lange Trockenheit im Frühjahr und im vorangegangenen Herbst 2013. Besonders betroffen sind die Buchen, bei denen die mittleren Blattverluste um 4,3 und die deutlichen Schäden um 14,5 Prozentpunkte zugenommen haben. Dafür ist laut Brunner aber noch ein weiterer naturbedingter Einfluss verantwortlich: Die Buchen haben heuer besonders viele Bucheckern produziert und in solchen „Mastjahren“ ist die Belaubung naturgemäß geringer. Erfreulich ist dem Minister zufolge die Entwicklung der Eichen, denen es seit Jahren immer besser geht: Gegen den allgemeinen Trend sank der mittlere Blattverlust weiter um 3,3 Prozentpunkte auf 21,9 Prozent, die deutlichen Schäden gingen sogar um 9,3 Prozentpunkte auf 31,4 Prozent zurück.

Für die jährliche Erhebung untersuchen speziell geschulte Försterinnen und Förster im Freistaat die Baumkronen. An 137 Inventurpunkten wurden im Sommer rund 4.800 Waldbäume begutachtet. Die jährliche systematische Untersuchung der Baumkronen gibt es in Bayern seit 1983.

Quelle: STMELF