07.01.2015 / Bayern-SPD fordert: Abschuss hoch, ja zu Nachtzielgeräten

Im Freistaat haben die Wildunfälle zugenommen. Ginge es nach einer SPD-Landtagsabgeordneten, sind die gegensteuernden Lösungen klar: Erhöhung der Abschussquote und Erlaubnis für den Einsatz von Nachtzielgeräten…

Die Zahl der Wildunfälle in Bayern ist in den Jahren 2010 bis 2013 um zehn Prozent angestiegen – ein Plus von 6510 Kollisionen mit Fahrzeugen.

Laut einer Pressemitteilung der SPD-Landtagsabgeordneten Ruth Müller ist ‚das einzig wirkungsvolle Mittel, um diese Zahl zu verringern, eine Erhöhung der Abschussquote. In diesem Zusammenhang muss auch endlich der Einsatz von Nachtzielgeräten (NZ-Geräten) erlaubt werden.‘ ‚Und zwar für alle Wildarten‘, sagte Felix Hälbich, Pressesprecher der Bayern SPD, auch wenn es Müller hauptsächlich um die Schwarzwildbejagung ginge. Eine Forderung, die nun kontroverse Diskussionen auslöst.

Hubert Aiwanger, Vorsitzender der Freien Wähler Landtagsfraktion, übt Kritik an Müllers Lösungsstrategie: ‚Mit dem bloßen Erschießen ist das Problem nicht zu lösen.‘ Er befürchtet durch die legale Verwendung von NZ-Geräten sogar einen Anstieg der Wildunfall-Zahlen, da der Jagddruck in der Nacht durch diese Geräte zunehme. Aiwanger sieht vielmehr die Autoindustrie in der Plicht. Spezielle Warnsysteme in Fahrzeugen, die herannahendes Wild frühzeitig erkennen, könnten hier Abhilfe schaffen. Diesen Ansatz begrüßt auch der Bayerische Jagdverband (BJV). ‚Statt platt zu fordern den Abschuss zu erhöhen, sollten lieber neue Methoden geprüft werden‘, erklärt Thomas Schreder vom BJV. Zudem gebe es auch weitere Alternativen. Als Beispiele führte er die Anbringung von Reflektoren, Duftvergrämung, Zäunung und die schwerpunktmäßige Bejagung an unfallträchtigen Abschnitten an. Für völlig absurd hält der Sprecher es in diesem Zuge auch den Einsatz von Nachtzielgeräten zu erlauben.

Dass die Zulassungen von Personenkraftwagen im Freistaat seit 2010 um etwa sieben Prozent zugenommen haben, ließen die Verantwortlichen jedoch wohl außer Acht.

 

Quelle: jagderleben.de

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